10er-Karte, Abo oder Einzelbuchung: Was passt zu dir?
Kimberly Metz ·
Welche Bezahlmodelle gibt es für Kursanbieter?
Kursanbieter arbeiten mit drei Bezahlmodellen: Einzelbuchung (pro Termin), Guthabenkarte (z.B. 10er-Karte) oder Abo (monatlicher Beitrag). Jedes Modell hat andere Auswirkungen auf Umsatz, Planbarkeit und Kundenbindung. Die meisten Anbieter kombinieren zwei davon.
Drei Bezahlmodelle, drei verschiedene Welten
Du gibst Kurse. Deine Teilnehmer wollen bezahlen. Klingt einfach. Aber wie genau sie bezahlen, verändert alles: deine Planbarkeit, deinen Umsatz und die Bindung deiner Teilnehmer.
Die meisten Kursanbieter starten mit einem Modell und bleiben dabei, auch wenn es längst nicht mehr passt. Deshalb schauen wir uns die drei gängigsten Varianten an: Einzelbuchung, 10er-Karte und Abo. Mit konkreten Zahlen, ehrlichen Vor- und Nachteilen und einem Entscheidungsbaum, der dir zeigt, welches Modell zu deiner Situation passt.
Einzelbuchung: Maximal flexibel, maximal unsicher
Bei der Einzelbuchung zahlt jeder Teilnehmer pro Termin. Keine Verpflichtung, kein Voraus-Guthaben.
Gut geeignet für:
- Workshops und Einzelevents
- Schnupperstunden für Neukunden
- Angebote mit wechselnden Teilnehmern (z.B. Drop-in-Klassen im Urlaub)
Das Problem: Du weißt am Montagmorgen nicht, ob am Mittwoch fünf oder zwölf Leute kommen. Einnahmen schwanken von Woche zu Woche. Und Teilnehmer, die sich nicht binden, kommen irgendwann einfach nicht mehr.
Katharina Pieper von Mantrailing Berlin kennt die Schattenseite:
"Vorher musste ich dem Geld hinterherrennen. Jetzt können sich die Leute erst nach der Bezahlung anmelden."
Katharina Pieper
Mantrailing Berlin
Einzelbuchung funktioniert, wenn du Events anbietest oder neue Teilnehmer reinlassen willst. Als einziges Modell für regelmäßige Kurse ist es auf Dauer anstrengend.
10er-Karte / Guthabenkarte: Der Mittelweg
Die 10er-Karte ist der Klassiker unter den Kursanbietern. Teilnehmer kaufen ein Guthaben (10, 20, 50 Punkte) und buchen damit einzelne Termine. Keine feste Laufzeit, keine automatische Verlängerung.
Gut geeignet für:
- Offene Kursformate (Yoga, Pilates, Fitness, Hundetraining)
- Teilnehmer, die regelmäßig kommen, aber flexibel bleiben wollen
- Anbieter, die Geld im Voraus bekommen möchten
Annette von Jump in beschreibt es so:
"Das Punktesystem gibt den Teilnehmern die Freiheit zu buchen und dem Kursleiter die Möglichkeit, eine 10er Karte einfach zu organisieren."
Annette
Jump in
Der Vorteil gegenüber Einzelbuchung: Du bekommst das Geld vorab. Das ist ein riesiger Unterschied. Wer eine 10er-Karte kauft, hat sich entschieden zu bleiben. Die Hürde zur nächsten Buchung sinkt, weil „schon bezahlt” ist.
Der Vorteil gegenüber Abo: Teilnehmer fühlen sich nicht eingesperrt. Kein Vertrag, keine Kündigungsfrist. Das senkt die Hemmschwelle beim Kauf enorm.
Katja Bonny von Bonny Fitness hat den Unterschied in der Praxis erlebt:
"Seit wir kursifant nutzen, ist die Teilnehmeranmeldung viel einfacher und ich habe keine Kartenverkäufe und so gut wie kein Bargeld mehr."
Katja Bonny
Bonny Fitness
Kein Bargeld, keine Papier-Stempelkarten, kein „Ich hab meine Karte vergessen”. Alles digital.
Abo / Monatsbeitrag: Planbar, aber anspruchsvoll
Beim Abo zahlen Teilnehmer einen festen Monatsbetrag und können dafür eine bestimmte Anzahl Kurse (oder alle Kurse) besuchen.
Gut geeignet für:
- Feste Stammgruppen, die 2-3x pro Woche kommen
- Studios mit vielen parallelen Angeboten
- Anbieter, die stabile monatliche Einnahmen brauchen
Die Herausforderung: Ein Abo hat eine höhere Einstiegshürde. Neue Teilnehmer schließen ungern ein Abo ab, bevor sie wissen, ob ihnen der Kurs gefällt. Und: Wenn Teilnehmer ihr Abo kündigen, bricht auf einen Schlag ein ganzer Monatsbeitrag weg. Beachte auch: Je nach Umsatz gelten unterschiedliche steuerliche Regelungen. Die IHK informiert über die Kleinunternehmerregelung, die für viele nebenberufliche Kursanbieter relevant ist.
Abos funktionieren am besten, wenn du eine treue Community hast, die sowieso jede Woche kommt. Für Anbieter mit wechselnden Teilnehmern oder wenigen Kursen pro Woche ist die 10er-Karte oft die bessere Wahl.
Rechenbeispiel: Was bringt welches Modell?
Nehmen wir Lisa, Yoga-Lehrerin. Sie gibt 4 Kurse pro Woche mit je 12 Plätzen. Einzelpreis pro Stunde: 15 Euro.
Einzelbuchung
1.920 €
pro Monat
10er-Karte
Beliebteste Wahl2.080 €
pro Monat
Abo (monatlich)
2.420 €
pro Monat
Basis: 4 Kurse/Woche, 12 Plätze, 4,3 Wochen/Monat. 10er-Karte: 80 % buchen alle 4 Termine.
Was auffällt: Das Abo bringt die höchsten Einnahmen, aber nur weil die Auslastung deutlich höher ist. Stammkunden mit Abo kommen verlässlicher. Die 10er-Karte liegt dazwischen und bietet einen guten Kompromiss: mehr Einnahmen als Einzelbuchung, weniger Hürde als ein Abo.
Wann welches Modell? Ein Entscheidungsbaum
So findest du raus, welches Modell zu dir passt:
Hohe Fluktuation?
→ 10er-Karte
Laufpublikum, Urlaubsregion, wechselnde Teilnehmer
Feste Stammgruppe?
→ Abo
Gleiche Leute, jede Woche, verlässlich
Workshops & Events?
→ Einzelbuchung
Einmalige Termine, keine Serie
Unsicher?
→ Starte mit 10er-Karte
Funktioniert für die meisten Kursformate am besten
Kombination: Die meisten Anbieter mischen
In der Praxis nutzen viele Kursanbieter nicht ein Modell, sondern zwei oder drei parallel:
- 10er-Karte als Standard für reguläre Kurse
- Einzelbuchung für Schnupperstunden und Workshops
- Abo für Vielbucher, die 3x pro Woche kommen
Das funktioniert, solange dein Buchungssystem die verschiedenen Bezahlarten abbilden kann. Papier-Stempelkarten und Excel-Listen stoßen hier schnell an ihre Grenzen.
10er-Karten digital verwalten
Wenn du dich für das Guthabenkarten-Modell entscheidest (oder es als Teil einer Kombination nutzt), brauchst du ein System, das Punkte automatisch abbucht. Manuell den Überblick behalten, wer noch wie viele Stempel hat, wird bei mehr als einer Handvoll Teilnehmern zur Vollzeitbeschäftigung.
Mit den Guthabenkarten von kursifant kaufen deine Teilnehmer ihr Guthaben online, buchen damit Termine und sehen jederzeit ihren Kontostand. Du siehst auf einen Blick, wer bald nachkaufen muss. Kein Bargeld, keine verlorenen Karten, keine Diskussionen.
In Kombination mit den weiteren Funktionen (automatische Warteliste, Erinnerungen, Online-Zahlung) hast du ein System, das alle drei Bezahlmodelle abbilden kann.
Du willst sehen, wie das für deine Kurse aussieht? Schau dir die Preise an oder teste kursifant 14 Tage kostenlos.
Häufige Fragen
Kann ich verschiedene Bezahlmodelle gleichzeitig anbieten?
Ja. Viele Kursanbieter kombinieren 10er-Karten für reguläre Kurse mit Einzelbuchungen für Workshops. Mit einem Buchungssystem wie kursifant legst du pro Kurs fest, welche Bezahlarten möglich sind.
Wie bringe ich meine Teilnehmer dazu, von Einzelbuchung auf 10er-Karte umzusteigen?
Mach die 10er-Karte günstiger als 10 Einzelbuchungen. Ein Rabatt von 10-15 % ist üblich. Und kommuniziere den Vorteil: „Du sparst Geld und hast deinen Platz sicher.” Die meisten Teilnehmer steigen von selbst um, wenn das Angebot stimmt.
Lohnt sich ein Abo-Modell bei weniger als 5 Kursen pro Woche?
Eher nicht. Ein Abo macht für Teilnehmer dann Sinn, wenn sie pro Woche mehrere Kurse besuchen können. Bei 2-3 Kursen pro Woche ist die 10er-Karte für die meisten Teilnehmer attraktiver.
Was passiert mit nicht genutztem Guthaben auf der 10er-Karte?
Das hängt von deinen Bedingungen ab. Manche Anbieter setzen eine Gültigkeit von 3-6 Monaten, andere lassen das Guthaben unbegrenzt stehen. Eine moderate Laufzeit (z.B. 4 Monate) motiviert Teilnehmer, regelmäßig zu kommen, ohne unfair zu wirken.
Wie kalkuliere ich den Preis für eine 10er-Karte?
Nimm deinen Einzelpreis, multipliziere mit 10 und ziehe 10-15 % ab. Bei 15 € Einzelpreis wäre das 127,50 € bis 135 € für die 10er-Karte. So haben Teilnehmer einen echten Anreiz zum Kauf und du bekommst das Geld im Voraus.