Kursplan erstellen: So planst du deine Woche
Kimberly Metz ·
Was ist ein Kursplan für Kursanbieter?
Ein Kursplan ist dein Wochenfahrplan: Welche Kurse finden wann statt, wie viele Plätze gibt es, und wie viel Puffer liegt dazwischen? Für kleine Kursanbieter entscheidet der Kursplan über Auslastung, Umsatz und die eigene Belastung. Ein guter Plan füllt Kurse, ein schlechter sorgt für halb leere Räume und Stress.
Warum ein guter Kursplan den Unterschied macht
Du gibst Kurse, weil du dein Thema liebst. Nicht, weil du Stundenpläne basteln willst. Trotzdem entscheidet dein Wochenplan darüber, ob deine Kurse voll werden oder halb leer bleiben. Die richtige Uhrzeit, genug Pausen dazwischen, ein realistisches Pensum: Das sind die Stellschrauben, an denen viele Kursanbieter am Anfang scheitern.
Dieser Artikel ist eine praktische Anleitung. Keine Theorie, sondern konkrete Schritte und drei Beispiel-Wochenpläne, die du direkt auf deine Situation anpassen kannst.
Wie erstelle ich einen Kursplan? Schritt für Schritt
Schritt 1: Dein Zeitbudget ehrlich aufschreiben
Bevor du Kurse in den Kalender packst, rechne aus, wie viele Stunden du pro Woche für Kurse hast. Klingt banal, wird aber oft übersprungen.
Nebenberuflich mit einem 30-Stunden-Job? Dann bleiben realistisch 3 bis 4 Kursslots pro Woche, plus Vorbereitung. Vollzeit als Kursanbieter? 6 bis 10 Kurse sind machbar, wenn du Puffer einplanst.
Zähl nicht nur die Kurszeit selbst. Pro Kurs kommen locker 30 bis 45 Minuten drauf: Aufbau, Abbau, ein kurzes Gespräch mit Teilnehmern danach. Wenn du zwischen Räumen oder Standorten pendelst, kommt Fahrzeit obendrauf.
Schritt 2: Deine Zielgruppe und ihre Uhrzeiten kennen
Deine Teilnehmer können nur kommen, wenn der Kurs in ihren Alltag passt. Klingt logisch, aber viele Kursanbieter planen nach ihrem eigenen Kalender statt nach dem ihrer Kunden.
Berufstätige kommen abends (18:00 bis 20:00 Uhr) oder am Wochenende. Ein Yoga-Kurs um 15:00 Uhr unter der Woche wird für diese Gruppe schwer.
Senioren und Rentner bevorzugen den Vormittag, meistens zwischen 9:00 und 11:00 Uhr. Nachmittags wird es schon schwieriger.
Eltern mit kleinen Kindern haben ein enges Zeitfenster: Vormittags, wenn die Kinder in der Kita sind (9:00 bis 11:30 Uhr), oder abends, wenn der Partner übernimmt.
Schüler und Jugendliche funktionieren nachmittags ab 15:00 oder 16:00 Uhr, je nach Schulschluss.
Du musst nicht raten. Frag deine Teilnehmer direkt, welche Zeiten für sie passen. Eine kurze Umfrage per WhatsApp-Gruppe oder E-Mail reicht. Tools wie Google Forms machen das in 5 Minuten.
Schritt 3: Puffer zwischen Kursen einplanen
Zwei Kurse direkt hintereinander, ohne Pause? Kannst du machen. Wird aber stressig.
Plane mindestens 30 Minuten Puffer ein. 15 Minuten für Abbau und kurze Gespräche, 15 Minuten für Aufbau des nächsten Kurses. Wenn du den Raum wechselst oder Anfahrt hast, brauchst du mehr.
Hundetrainer, die zwischen Trainingsplatz und Indoor-Halle pendeln, brauchen oft 45 bis 60 Minuten dazwischen. Tanz- und Yogalehrer, die im selben Raum bleiben, kommen mit 20 Minuten hin.
Der Puffer ist auch für dich. Zwei Kurse am Stück ohne Pause, und du bist beim zweiten nicht mehr so präsent. Deine Teilnehmer merken das.
Schritt 4: Lieber weniger Kurse, die voll sind
Ein häufiger Fehler: Zu viele Kurse anbieten, die dann alle nur halb voll sind. Fünf Kurse mit je 4 Teilnehmern bringen weniger als drei Kurse mit je 10 Teilnehmern. Finanziell und energetisch.
Wenn ein Kurs nach vier Wochen noch unter 50% Auslastung liegt, hinterfrag die Uhrzeit oder den Wochentag. Vielleicht passt Donnerstag besser als Mittwoch. Vielleicht ist 18:30 besser als 17:00.
"Ich sehe als Inhaberin, welche Kurse beliebt sind, ohne dabei zu sein."
Katja Möhring
Tanz an Schwebheim
Das ist ein Riesenvorteil, wenn du mit einem Buchungssystem arbeitest: Du siehst auf einen Blick, welche Kurse laufen und welche nicht. Ohne raten zu müssen.
Schritt 5: Den Plan digital abbilden
Dein Kursplan steht. Jetzt muss er für deine Teilnehmer sichtbar und buchbar sein. Ein Kursplan, der nur in deinem Kopf oder in einer Excel-Tabelle existiert, bringt niemandem etwas.
Am einfachsten geht das mit einem Buchungstool, das deinen Wochenplan als Kalender anzeigt. Teilnehmer sehen, welche Kurse wann stattfinden, wie viele Plätze frei sind, und buchen direkt. Keine WhatsApp, kein Hin-und-Her.
"Vorher: 100 WhatsApp zum Koordinieren neben meinem Vollzeitjob. Jetzt: Alles in einem Blick."
Katrin
Katrin-Move
Mit kursifant legst du wiederkehrende Kurse einmal an, und sie erscheinen automatisch jede Woche im Kalender deiner Teilnehmer.
Drei Beispiel-Wochenpläne
Die folgenden Pläne sind Vorlagen. Pass sie an deine Situation an.
Beispiel 1: Yoga-Lehrerin, nebenberuflich (4 Kurse)
Sarah arbeitet 25 Stunden in Teilzeit und gibt abends und am Wochenende Yoga-Kurse.
Montag
Vinyasa Yoga
18:30 – 19:30 · max. 12
Mittwoch
Yin Yoga
19:00 – 20:00 · max. 10
Freitag
Yoga für Anfänger
17:30 – 18:30 · max. 12
Samstag
Yoga Brunch Flow
10:00 – 11:15 · max. 15
Warum das funktioniert: Abendkurse unter der Woche für Berufstätige, ein Wochenend-Slot als Highlight. Vier Kurse sind neben dem Job gut machbar. Sarah hat Dienstag, Donnerstag und Sonntag komplett frei.
Beispiel 2: Hundetrainer, Vollzeit (8 Kurse)
Marco ist hauptberuflich Hundetrainer mit eigenem Trainingsplatz und einer gemieteten Halle für schlechtes Wetter.
Montag
Welpengruppe
10:00 – 11:00 · max. 6
Montag
Junghunde
17:00 – 18:00 · max. 8
Dienstag
Agility Anfänger
18:00 – 19:00 · max. 6
Mittwoch
Senioren-Hunde
10:00 – 11:00 · max. 6
Donnerstag
Grundgehorsam
17:00 – 18:00 · max. 8
Freitag
Welpengruppe
10:00 – 11:00 · max. 6
Samstag
Familienhunde
9:00 – 10:00 · max. 8
Samstag
Agility Fortgeschr.
10:30 – 11:30 · max. 6
Warum das funktioniert: Vormittags kommen Rentner, Teilzeitkräfte und Hundebesitzer mit flexiblen Arbeitszeiten. Abends und samstags die Berufstätigen. Zwischen den Samstags-Kursen liegt 30 Minuten Puffer. Mittwochnachmittag und Sonntag sind frei.
Beispiel 3: Tanzschule, Abendprogramm (6 Kurse)
Lisa betreibt eine kleine Tanzschule mit einem Raum. Ihre Teilnehmer sind fast alle berufstätig.
Montag
Salsa Anfänger
18:00 – 19:00 · max. 16
Montag
Salsa Mittelstufe
19:15 – 20:15 · max. 14
Mittwoch
Contemporary
18:30 – 19:30 · max. 12
Mittwoch
Hip Hop
19:45 – 20:45 · max. 14
Freitag
Bachata
18:00 – 19:00 · max. 16
Samstag
Kindertanz (6-10 J.)
11:00 – 12:00 · max. 12
Warum das funktioniert: Zwei Abende mit je zwei Kursen hintereinander (15 Minuten Puffer zum Umziehen und Aufwärmen). Freitag ein einzelner Kurs als Wochenend-Einstieg. Samstags Kindertanz, weil Eltern das Kind am Vormittag bringen können. Drei freie Abende, damit Lisa nicht ausbrennt.
Wann du Kurse streichen solltest
Nicht jeder Kurs, den du anbietest, wird laufen. Das ist normal. Die Frage ist: Wann ziehst du die Reißleine?
Streich einen Kurs, wenn:
- Die Auslastung nach 6 Wochen unter 40% liegt (und du die Uhrzeit schon angepasst hast)
- Du den Kurs nur aus Pflichtgefühl hältst, nicht weil er gefragt ist
- Der Kurs dich zeitlich so einschränkt, dass andere (volle) Kurse darunter leiden
Halte einen Kurs, wenn:
- Die Auslastung langsam, aber stetig wächst
- Teilnehmer aktiv nach genau diesem Kurs gefragt haben
- Er zu einer Uhrzeit stattfindet, die du sonst nicht abdeckst (z.B. Samstag-Vormittag als einziger Wochenend-Slot)
Einen schwachen Kurs zu streichen ist kein Scheitern. Es ist kluge Planung. Die frei gewordene Energie steckst du in Kurse, die gefragt sind.
Häufige Fragen
Wie viele Kurse pro Woche kann ich als Einzelperson geben?
Das hängt von deiner Arbeitszeit ab. Nebenberuflich sind 3 bis 5 Kurse pro Woche realistisch. Vollzeit schaffst du 6 bis 10 Kurse, wenn du genug Puffer einplanst. Rechne pro Kurs mit der doppelten Zeit: 60 Minuten Kurs bedeuten 120 Minuten mit Vorbereitung, Auf- und Abbau.
Welche Uhrzeiten funktionieren am besten für Kurse?
Für Berufstätige: 18:00 bis 20:00 Uhr unter der Woche und Samstag-Vormittag. Für Senioren und Eltern: 9:00 bis 11:00 Uhr unter der Woche. Am besten fragst du deine Zielgruppe direkt, statt zu raten.
Soll ich lieber viele verschiedene Kurse oder wenige mit mehr Terminen anbieten?
Wenige Kursformate mit guter Auslastung sind besser als zehn verschiedene Kurse mit je drei Teilnehmern. Starte mit 2 bis 3 Formaten und erweitere erst, wenn die bestehenden Kurse regelmäßig voll sind.
Wie plane ich Kurse, wenn ich den Raum nur stundenweise miete?
Leg deine Kurse auf die Tage, an denen du den Raum hast, und plane zwei Kurse hintereinander (mit 15 bis 20 Minuten Puffer). So nutzt du die Mietzeit besser aus. Viele Kursanbieter mieten 2 bis 3 Abende pro Woche und packen je zwei Kurse rein.
Wie bildet ein Buchungssystem meinen Kursplan ab?
Mit einem Tool wie kursifant legst du wiederkehrende Kurse einmal an (z.B. „Yoga Montag 18:30”). Der Kurs erscheint automatisch jede Woche im Kalender. Teilnehmer buchen direkt, und du siehst auf einen Blick, wie viele Plätze belegt sind. Alle Infos zu den Funktionen oder direkt Preise ansehen.
Du willst deinen Kursplan jetzt in die Praxis umsetzen? Teste kursifant 14 Tage kostenlos und leg deine ersten Kurse in wenigen Minuten an.